• Kathrin Reimers

Warum lernen mehr ist als Methoden und Strategien anwenden zu können


Was hast du in der letzten Zeit Neues gelernt?


Musst du dich auf eine Prüfung vorbereiten

oder steckst du gerade in einer Weiterbildung?


Bist du auf eine Person getroffen, die dich inspiriert hat? Ein Gespräch mit guten Impulsen?


Oder bist du in eine unangenehme Situation oder ein Konfliktgespräch hineingeraten und hast eine neue Erkenntnis daraus gewonnen?


Wir lernen. Täglich. Bewusst. Unbewusst. Von anderen. Informell. Formell. In der Schule. Im Beruf. Im Alltag…

Worum es in diesem Beitrag geht...


1. Was heißt „Lernen“?

2. Wie lernen wir?

3. Was du heute für dich mitnehmen kannst

4. Was dich hier im Blog erwartet

1. Was heißt „Lernen“?


Es gibt unzählige Definitionen für „Lernen“ und wir können uns dem Begriff aus unterschiedlichen Fachrichtungen annähern. Da ich keine theoretische Abhandlung über den Begriff des Lernens hier schreiben möchte, verzichte ich darauf, verschiedene Definitionen hier zu betrachten, sondern versuche kurz, knapp und verständlich den Begriff des Lernens in einen Zusammenhang zu stellen.


Aus der lernpsychologischen Richtung beschreiben Zimbardo & Gerrig:


„Lernen als einen Prozess, der zu einer relativ stabilen Veränderung von Reiz-Reaktions-Beziehungen führt: er ist eine Folge der Interaktion des Organismus mit seiner Umgebung mittels seiner Sinnesorgane“ (vgl. ebd. S.229).


In einfacheren Worten gesagt, wenn wir lernen verändert sich unser Verhalten und unsere Reaktionen. Wir lernen durch Kommunikation und Interaktion mit anderen Menschen oder aus Erfahrungen, die wir anhand all unserer Sinne machen.

Lernen ist somit ganzheitlich, situationsabhängig, kontextabhängig und vor allem individuell.


Eine einmalige Erfahrung ist noch kein Lernen, aber wir können aufgrund von Erfahrungen beispielsweise unser Verhalten oder Reaktionen verändern und uns in einen Lernprozess begeben.


Wir lernen, weil wir ein Ziel vor Augen haben oder uns verändern und weiterentwickeln möchten. „Wer lernt, der wächst“ (Böss-Ostendorf/Senft)


Lernen bedeutet Wachstum und Entwicklung.

Veränderungen aufgrund von Lernprozessen zeigen sich auch im Gehirn, jede Erfahrung und vor allem, wenn diese mehrmals gemacht wurde hinterlässt Spuren in unserem Gehirn – sowohl Positive als auch Negative. Dies wirkt sich letztendlich auch immer auf uns als Person aus. Somit kann persönliche Entwicklung gar nicht ohne Lernen geschehen.

Wir nehmen also Informationen auf, verarbeiten diese und speichern sie gegebenenfalls ab und verändern uns bzw. unser Verhalten und unsere Reaktionen.


2. Wie lernen wir?



Wir lernen bewusst, wenn wir uns dazu entscheiden beispielsweise ein neues Instrument zu lernen, eine Sportart auszuüben, eine Sprache zu beherrschen oder wenn wir uns für eine Prüfung, sei es in Schule, Ausbildung, Studium oder Weiterbildung vorbereiten müssen.


Schon hier müssen wir aber eine kleine, aber sehr wichtige Unterscheidung treffen.

Wir können aus eigenem Antrieb, aus eigener Motivation heraus etwas lernen oder wir müssen, weil es von uns erwartet wird. Im ersteren Fall sprechen wir von der intrinsischen Lernmotivation, im anderen Fall von der extrinsischen Motivation, was durchaus Auswirkungen auf unser Lernverhalten und unsere Lernmotivation hat. Dazu aber an anderer Stelle mehr.

Es gibt im Alltag zahlreiche Situationen, in welchen wir aus eigenem Antrieb heraus handeln. Da fällt es uns wesentlich leichter. Ein Kind, welches Laufen lernen möchte, übt und probiert so lange bis es klappt. Auf diesem Weg muss es zahlreiche Rückschläge in Kauf nehmen.


Wenn wir ein neues Hobby lernen möchten oder uns ein Thema sehr interessiert, dann fällt es uns ebenfalls viel leichter Neues aufzunehmen und uns zu merken sowie eigenständig und eigenverantwortlich zu lernen. In diesem Zusammenhang wird auch gerne von „selbstregulierendem“ Lernen gesprochen, dass die Fähigkeit voraussetzt, sich Wissen und Informationen selbstständig auszuwählen und anzueignen.



Im Zusammenhang mit Schule, Ausbildung, Weiterbildung spricht man von formalen Lernsituationen. Und genau an dieser Stelle entsteht häufig ein Dilemma, nämlich, dass wir etwas lernen müssen, das wir gar nicht so interessant finden. An dieser Stelle können geeignete Lernmethoden und Lernstrategien hilfreich sein, um uns das formale Lernen zu erleichtern.


Um Lernmethoden/ Lernstrategien je nach Thema passend auszuwählen hilft es, wenn wir mehr über unser individuelles Lernen, unsere formellen und informellen Lernerfahrungen wissen sowie über individuelle Bedingungen, die uns beeinflussen. 

In formalen Lernprozessen ist das selbstregulierende Lernen oder auch eigenverantwortliche Lernen um einiges schwieriger und benötigt ein hohes Maß an Eigenmotivation sowie eine gute Lernbegleitung, die den Lernprozess unterstützt.


Des Weiteren gibt es noch die Aspekte des informellen Lernens.

Wir lernen zum Beispiel etwas informell (oder auch unbewusst), weil wir in eine Situation hineingeraten, die neu ist, dir wir nicht einschätzen können, die war anders erwartet hätten oder weil wir einen Fehler gemacht haben.

Von informellem Lernen sprechen wir, wenn wir Lernerfahrungen im Alltag, in der Familie, in Situationen mit Freunden oder auch in der Freizeit meinen. Diese können absichtsvoll oder auch unbeabsichtigt erfolgen.

Gerade diese informellen Lernprozesse sind spannend zu betrachten, denn hier erfahren wir oft sehr viel über unsere Verhaltensweisen, unsere Ressourcen, Stärken und auch Vorlieben oder persönlichen Herausforderungen.


Wir sind also ständig in einem Lernprozess und manchmal ist es hilfreich innezuhalten und das eigene Lernen zu betrachten und zu reflektieren.  

Das Betrachten unserer formellen und informellen Lernprozesse aus einer Art „Vogelperspektive“ hilft uns dabei, gezielter Lern-, Entwicklungs- und Veränderungsprozesse anzugehen.


Lernen ist also vielmehr ein ganzheitlicher Prozess als eine einmalige Tätigkeit.

Im hektischen Alltag geht das gerne unter. Und manchmal braucht es gar keine neuen Lernmethoden oder Lernstrategien, sondern es reicht, wenn wir innehalten und genauer anschauen, was wir bereits können und was in uns steckt.


Wenn wir Lernen als stetigen Prozess betrachten, mit Höhen und Tiefen, mit Rückschlägen und Erfolgen, mit Unsicherheiten und Entdeckerfreude, dann fällt es uns leichter, zukünftige Lernprozesse zu gestalten, anzupassen und zu verändern. Unsere Lernwege sind so individuell wie jeder Einzelne.


3. Was du heute für dich mitnehmen kannst


Kleine Fragen für den Alltag:

Was heißt Lernen für dich?

Welche Emotionen, Erinnerungen und Erfahrungen verbindest du mit dem Begriff "Lernen"?


Mini-Übung für den Alltag:

Notiere dir in den nächsten 14 Tagen am Abend täglich Antworten zu folgenden Fragen: Was habe ich heute gelernt? Was stand heute für mich im Fokus? Was kam zu kurz?


4. Was dich hier im Blog erwartet

In regelmäßigen Abständen erscheinen Beiträge in den unten genannten Kategorien. Lernen und Achtsamkeit sind meine Herzensthemen. Meine eigenen Erfahrungen, mein Hintergrundwissen sowie Übungen, Strategien und Methoden, die ich selbst für wertvoll halte und als positiv erlebt habe, möchte ich gerne teilen.

Dabei fließt meine Erfahrung aus meinem Pädagogik-Studium ein, meine praktische Erfahrung aus meiner langjährigen Tätigkeit in der Weiterbildung eines Unternehmens, meine Tätigkeiten als Lerncoach und Achtsamkeitstrainerin und letztendlich vor allem auch als Mutter von Zwillingen zwischen Familie, Beruf und Alltag.

Das sind die Kategorien:



1. Thema des Monats

Jeden Monat steht ein Thema im Fokus. Zu diesem Thema findest du auf meiner Homepage sowie auf meinen Social Media Kanälen kleine Anregungen. Das Thema bereite ich zielgruppenorientiert auf und du kannst entscheiden, in welcher Rolle du das Thema betrachtest. Zudem gibt es vertiefende Angebote, um tiefer in die Thematik einzusteigen, beispielsweise Webinare oder Coaching-Programme. Die Webinare sind interaktiv gestaltet, das heißt wir arbeiten praxisorientiert mit Übungen und es gibt keine frontale Vermittlung von Inhalten.

2. Lerncoaching

Hier gibt es grundlegende Informationen und Inhalte rund um die Themen Lernen, Gedächtnis, Lernbedingungen, aber auch Methoden und Strategien.

3. Prüfungsstress

Du bist hier auf meiner Seite gelandet, weil du dich auf eine Prüfung vorbereitest oder nicht so genau weißt, wie du den Berg an Prüfungsmaterial bewältigen sollst? Dann findest du hier die passenden Beiträge.

4. Achtsamkeit und Stressbewältigung

In dieser Kategorie findest du Informationen, Übungen und auch Empfehlungen rund um das Thema Achtsamkeit und Stressbewältigung, aber auch Hinweise dazu, wie Lernen und Achtsamkeit miteinander zusammen hängen.

5. Anregungen für Eltern

In dieser Kategorie gibt es speziell Anregungen für Eltern, um Kinder im (Schul-)Alltag zu begleiten und Möglichkeiten, wie stressige Herausforderungen insbesondere im Familienalltag gemeistert werden können.

6. Schulentwicklung

Diese Kategorie richtet sich an Lehrpersonen und andere pädagogische Fachkräfte. Hier gibt es Impulse zu Lerncoaching im Schulalltag, Achtsamkeit im Schulalltag, aber auch Themen, wie Selbstfürsorge im Lehrerberuf, Umgang mit Stress und Zusammenarbeit im Kollegium.


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Wenn du Fragen hast oder individuelle Beratung suchst, dann nimm gerne Kontakt mit mir auf: info@lernpraxis-reimers.de oder 0176-20400979.


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